Freitag, 14. August 2009

NPD mit harten Bandagen und Schulhof-Comic

Nachdem die NPD durch die Aufkündigung des Deutschlandpaktes versucht hat, die Hoheit über die rechtsextreme Szene zu übernehmen, möchte sie diesen neuen Anspruch durch besonders harte Bandagen in den Landtagswahlkämpfen nun offenbar durchsetzen.

Nach den verbalen Attacken gegen Zeca Schall (CDU), mit dem die NPD bekanntlich mal über die Heimreise reden möchte, sagt nun der sächsiche SPD-Politiker Henning Homann, dass er schon länger von der NPD unter Druck gesetzt wird. Hierzu gehören offenbar Drohgebärden an Leib und Leben genauso wie die systematische Zerstörung seiner Wahlkampfmittel (SZ).

Etwas trottelig spielt derweil die CDU in Thüringen der NPD in die Hände. Dort werden nämlich die Plakate, die u.a. Zeca Schall zeigen, überklebt. Bei der CDU murmelt man etwas von zweiter Plakatwelle und termingerecht. Aber man hätte auch mal über die Symbolik nachdenken und noch eine Woche warten können (via NPD-Blog.Info).

So freut man sich bei der NPD nämlich heute in heftigen Worten:

"Daß die Regierungspartei so schnell einknickt, habe ich nicht vermutet. Um so mehr freut mich aber, daß unsere Kampagne Früchte trägt. Der Rückzieher der CDU wäre jetzt nur noch durch die Heimreise Schall´s zu toppen oder aber durch seine Bereitschaft, dem Land künftig als Rückführungsbeauftragter zur Verfügung zu stehen (Frank Schwerdt, NPD-Spitzenkandidat)".

Und auf der Suche nach dem Zitat bin ich dann auf das NPD-Comic gestossen, mit dem man derzeit auf thüringischen Schulhöfen wirbt. Es heißt "Enten gegen Hühner" und ist eine verstörende Lektüre zum Thema "Ausländer raus". Und damit es nicht jeder selbst lesen muss. Hier eine Zusammenfassung des Wahnsinns:

In Enten gegen Hühner werden die gutmütigen, fleissigen Enten von asylsuchenden Hühnern erst eingelullt und dann überrannt. Die Hühner machen sich erst das Asylrecht zu Nutze, sind dann faul und missbrauchen schließlich das schöne Rechtssystem der Enten, um die Überhand in Entenland zu gewinnen. Wenige Enten ahnen Schlimmes, können aber aufgrund ihres eigenen Rechtsstaats nichts gegen die Hühner unternehmen, die sie schließlich gewaltsam unterwerfen.

So werden die Enten zu einem unterjochten Volk im eigenen Land und werden auch noch zum Kriegsdients herangezogen. Denn die Hühner wollen gegen die nordischen Völker der tapferen und ehrbaren Gänse und Schwäne in den Krieg ziehen. Diese gehen im folgenden Krieg als wahrhaft standhaftes Vogelvieh lieber in den Tod, als sich "assimilieren" zu lassen.

Nur ein paar Enten können den Hühnern schließlich entkommen und bauen sich hoch im Norden ein neues Entenparadies auf. Nach vielen Jahren bitten wieder Hühner an der Tür um Asyl. Die Enten verschließen die Forten: "Ein kurzer Blick, der muß genügen, um zu wissen, daß sie lügen.
Der Posten schiebt in grimmer Ruh den dicken Riegel wieder zu."

1 Kommentare:

David hat gesagt…

Diese Truppe ist echt abartig.

Die NPD ist ernsthaft an der Grenze zum Verbot, die Grenzen der Verfassung hat sie längst überschritten.

Die Frage aber, ob ein Verbot sinnvoll ist, ist eine andere. Solange die Partei nicht wirklich stört, kann sie als Überwachungsobjekt instrumentalisiert werden. Auf diese Weise hat man gefährliche Personen und Gruppen immer im Blick. Wenn sie aber Strukturen aufgebaut und eine gewisse Größe erreicht hat (wie z.B. in einigen östlichen Regionen der Republik), wird es kritisch.

Bei einem Verbot müsste man außerdem befürchten, dass eine rechts-extrem-populistische Partei eine größere Chance hätte, wie im europäischen Ausland beobachtet werden kann (Holland, Österreich, Dänemark, Ungarn...). Die NPD kann diese "Lücke" nicht füllen, weil sie kein bürgerliches Image hat. Das ist ein Vorteil, denn viele "Bürgerliche" mit problematischer Einstellung bleiben so den Wahlen fern oder wählen die Konservativen, von deren äußersten rechten Rand sie sich teilweise repräsentiert fühlen.

Auf jeden Fall eine schwierige Situation.

 
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