Freitag, 5. März 2010
Freitag, 12. Februar 2010
Verbotsverfahren für die FDP!
Freitag, 2. Oktober 2009
Appel an die Thüringer SPD
Hochverehrte Basis der SPD in Thüringen,
schickt bitte Euren Matschie-Maulwurf politisch dorthin, wo schon Jürgen Walter ist:
wo der Pfeffer wächst!
Entscheidungshilfe hier.
Hoffnungsvoll im Voraus dankend
David
Eingestellt von David um 14:29 3 Kommentare Links zu diesem Post
Labels: Große Koalition, Matschie, SPD, Thüringen
Mittwoch, 30. September 2009
Eine schwarz-gelbe Zukunft
Wahlen erfolgen neben rationellen Erwägungen auch stets anhand eines Musters von persönlichen Sympathien und Antipathien, von Hoffnungen und Befürchtungen, aus einer Mischung aus Kopf- und Bauchgefühl heraus.
Da Wahlen in der Bundesrepublik aber gemeinhin nicht das politische System sondern den politischen Weg zum Inhalt haben, versprechen in unserem demokratisch gereiften Pluralismus Veränderungen in der Exekutive natürlich grundsätzlich immer auch Chancen – trotz möglicherweise eigener Vorbehalte im Einzelfall.
Hier nun ein Versuch einige der größten Chancen und Risiken einer schwarz-gelben Regierung darzustellen:
Chancen
- Bürgerrechte dürften wieder stärker aufs Tableau kommen. Nach Jahren der Schily-Schäuble'schen Innenpolitik, in denen Freiheitsrechte nur allzu leicht auf dem Altar der vermeintlich höheren Sicherheit geopfert wurden, verspricht der linksliberale Flügel um Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hier einige Verbesserungen anzubringen – mit mehr Macht als beim Streit um den Großen Lauschangriff, stehen sich doch Union und FDP statt damals im Verhältnis 6:1 nun in der Größenordnung 2:1 gegenüber.
- Außenpolitisch steht eine Anknüpfung an den “Genscherismus” zu erwarten. Das Offenhalten der diplomatischen Kanäle und die leise Kommunikation standen darin zumeist über publikumswirksamen kurzfristigem außenpolitischen Aktionismus. Vor allem die Nachbarländer hoffen darauf im Konzert der Großen wieder stärker von Deutschland wahr genommen zu werden.
- Demokratische Kultur: Der endgültige Abtritt der Ära Schröder und die Regierungsübernahme des rechts-konservativen Lagers (bürgerlich sind die deutschen Parteien mittlerweile fast ausnahmslos) verspricht die Wiederbelebung des politischen Wettbewerbs. Die klarere Lageraufstellung im Parlament und die anstehende Rückbesinnung der SPD auf ihre Kernkompetenzen lassen auf eine spannende Legislatur hoffen: Heraus aus der politischen Lethargie, weg vom großkoalitonären Einerlei.
Risiken
- Nachhaltigkeit: Der Ausstieg vom Ausstieg in der Kernenergie wird zur größten ökologischen Hypothek für kommende Generationen mit all seinem Ewigkeitskosten produzierenden, strahlendem Erbe.
- Wirtschaftlich-soziales: In Verbindung mit der anhalten Wirtschaftskrise drohen zur Umsetzung von wenigstens einem Teil der Steuerversprechungen Kürzungen im sozialen Bereich. Darüber hinaus wird möglicherweise am Kündigungsschutz gesägt werden und die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns, dessen Fehlen bei den europäischen Nachbarn bloße Verwunderung hervorruft, wird auf die lange Bank geschoben. Einer Regierung, die gerade einmal von 33,7 Prozent aller insgesamt Wahlberechtigten gewählt wurde, steht im Fall der befürchteten “Politik der sozialen Kälte” starker Gegenwind aus der Bevölkerung zu erwarten.
Gravierender auf weltwirtschaftlicher Ebene wird es sein, wie die neue Regierung bei den dringend notwendigen, zukunftsentscheidenden Verhandlungen zur angestrebten verbesserten Kontrolle der Weltfinanzmärkte auftritt. Hier droht unter FDP-Einfluss ein Einknicken in Regulierungsfragen gegenüber den neoliberaleren Positionen der USA und Großbritanniens.
- Beziehungen zur Türkei: Eine Verschlechterung des durch die EU-Beitrittsdiskussion schon vorbelasteten Verhältnisses zur Türkei ist wahrscheinlich. Die ablehnende CDU/CSU-Position, die in der Türkei als populistisch antitürkisch aufgefasst wird, bleibt unverändert. Jedoch steht das FDP-Lager den Beitrittsverhandlungen ebenfalls weit skeptischer gegenüber als die SPD, die bisher im Außenministerium gegen die Unionsposition ansteuerte. Eine ernste Probe für das diplomatische Geschick der Liberalen.
Bleibt zu hoffen, dass sich die FDP gegenüber CDU/CSU als gesellschaftpolitisches und die Union gegenüber der FDP als soziales Korrektiv durchzusetzen weiss…
Eingestellt von Stefan um 15:54 0 Kommentare Links zu diesem Post
Labels: Bundestagswahl 2009, CDU, FDP, Merkel, Parlament und Regierung, SPD, Westerwelle
Dienstag, 29. September 2009
Dschungel
Bereits von der Schließung des vom französischen Roten Kreuz betreuten Lagers „Sangatte“ im Jahr 2002, durch den französischen Ministerpräsidenten Nicolas Sarkozy, und der Verschärfung des britischen Asylrechts im selben Jahr, erhofften sich die beiden Länder, dass Calais als Zwischenstation und die Weiterreise von dort aus nach Großbritannien, an Anziehungskraft verlieren würden. Die Flüchtlingsströme sollten ein für allemal unterbunden werden und Sarkozy machte deutlich, dass Frankreich nicht als „Sammelbecken für alle Armen der Welt“ dienen könne.
Die Ereignisse des vergangenen Dienstag weisen jedoch erneut auf die Tatsache, dass Festnahmen und Räumungen, sowie die Verschärfung gesetzlicher Bestimmungen, nicht dazu führen, dass Menschen aus Kriegsgebieten und politisch Verfolgte es vorziehen, in ihrer Heimat zu bleiben.
Während internationale militärische Truppen in Afghanistan die zivile Bevölkerung unterstützen und schützen wollen, werden sie nach dem Grenzübertritt zur Schutzsuche im vereinten Europa als Kriminelle behandelt und gnadenlos ausgeliefert. Sie erwartet nun voraussichtlich die Abschiebung nach Griechenland, das für die Mehrzahl der Festgenommenen das Einreiseland in die EU war. Laut Dublin II Abkommen ist deshalb Griechenland verantwortlich für die Übernahme und Abwicklung der Asylanträge, also ein Land, dessen Asylschutz bekanntermaßen nicht funktioniert, was nicht zuletzt auch das Bundesverfassungsgericht so sieht.
Letztendlich ist so der radikale Umgang mit den Flüchtlingen, der offiziell als „Schlag gegen Menschenhändler und Schlepperbanden“ bezeichnet wird, ein Schlag gegen die Menschenrechte.
Die Banden, die gegen Bezahlung Fluchthilfe anbieten, arbeiten weiter, solang Nachfrage nach ihren Diensten besteht. Es ist jedoch ein Fehlschluss, anzunehmen, dass eine Razzia der französischen Polizei den Wunsch der Afghanen nach einem sicheren Leben in einem friedlichen, freien Land vermindern könne.
Sonntag, 27. September 2009
Zitat des Tages
Sehr aufschlussreich äußerte sich dabei der ehemalige FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum über die Steuersenkungsverprechen von FDP und CSU:
Dass sie hier den Leuten vormachen, sie würden entlastet, dass sie also praktisch aufatmen können, diese Vorstellung habe ich nicht, hat glaube ich kein Mensch in diesem Lande.
Es ist vollbracht
Der Wähler hat's entschieden und die 18 Uhr Prognose lässt wenig Raum für Veränderung in den nächsten Stunden. Die Wahlsieger sind die FDP, die Linkspartei und die Grünen, freilich auch die Piratenpartei. Die großen Parteien setzen ihren jahrzehntelangen Trend zum Stimmverlust fort. Die SPD ist grandios gescheitert und rangiert derweil zwischen 22.5 und 23.5%, aber auch die CDU bleibt mit etwa 33.5% hinter den Erwartungen zurück. Die geringe Wahlbeteiligung macht alle etablierten Parteien zu Verlierern.
Die erste Hochrechnung bestätigt soeben das Bild. In den nächsten vier Jahren werden wir von schwarz-gelb regiert werden. Derweil werden komfortable 11 Sitze Mehrheit vermutet. Da wird sich kaum noch viel ändern können.


